Zuletzt aktualisiert: 10. Juni 2021

Spielt deine Katze hin und wieder mal gerne mit den teuren Vorhängen oder kratzt an den Möbeln oder auch an Gemälden? Oder tut sie nicht die Dinge, die sie deiner Meinung nach tun sollte, wie beispielsweise einen Kratzbaum nutzen, selbstständig in die Transportbox legen oder die Katzenklappe nutzen?

Diese Probleme können gelöst werden, mithilfe des sogenannten Clickertrainings. Mit dem Clickertraining können Verhaltensweisen abtrainiert oder verstärkt werden, wie auch Tricks erlernt werden. In diesem Artikel möchten wir dir alles rund ums Clickertraining ausführlich erklären.




Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem Clickertraining kann unerwünschtes Verhalten abtrainiert und erwünschtes Verhalten, in Form von Signalen und Belohnungen, verstärkt werden.
  • Das Training erfordert sehr viel Geduld und regelmäßiges Training, die Katze muss das Prinzip des Clickerns erst einmal verstehen bevor Erfolge erzielt werden können.
  • Das Clickertraining kann mit jeder Katze durchgeführt werden, ist aber für Hauskatzen leichter, da diese meist unterfordert sind und das Training Abwechslung in ihren Tag bringt.

Hintergründe: Was du über Clickertraining bei Katzen wissen solltest

Das Clickertraining für Katzen ist nicht ganz unkompliziert. Gerade bei der Ausführung des Trainings kann der Trainer Vieles falsch machen, aus diesem Grund haben wir dir hier alles rund ums Clickertraining zusammengefasst.

Was versteht man unter einem Clickertraining?

Beim Clickertraining handelt es sich um eine ganz besondere Art von Training, welches das Verhalten von Tieren beeinflussen kann. Es eignet sich also nicht nur für Katzen, sondern auch für Hunde, Pferde oder Delfine. Mit dem sogenannten Klicker können Verhaltensweisen verstärkt werden. (1, 2)

Beim Klicker handelt es sich um ein kleines Gerät mit einem Knopf und einem Stahlblechstreifen. Wird der Knopf gedrückt, verbiegt sich der Streifen und erzeugt ein Knackgeräusch, welcher die Aufmerksamkeit des Tieres erregt. Allgemein gesagt wird dem Tier also anhand eines Signals signalisiert, ob es das richtige Verhalten aufgezeigt hat, so wird dem Tier bestimmte Verhaltensweisen antrainiert. (1, 2)

Wie funktioniert das Clickertraining bei Katzen?

Die Katze muss zu Beginn natürlich erst einmal mit dem sogenannten Klicker vertraut werden, sodass es auch Erfolge erzielen kann. Sie muss also die Verbindung zwischen dem Geräusch (dem Klick) und der positiven Verstärkung verstehen. Anfängern wird daher geraten, der Katze nach jedem Klick eine Belohnung zu geben, so kann das Tier eine Verbindung herstellen und mit dem Klick etwas Positives verbinden.

Beispiele für Belohnungen können Leckerlies, Streicheleinheiten oder sonstige Aufmerksamkeiten sein, diese müssen den Katzen einfach nur gefallen. (3)

Bleibe konsequent bei der Gabe von Belohnungen.

Da Katzen sehr intelligente Tiere sind, verstehen sie sehr schnell das Prinzip und wiederholen natürlich auch gerne das Verhalten für eine Belohnung, welche ihnen gefällt.

Mit einem Klicker funktioniere dieses Training besser als die eigene Stimme, da das Geräusch stets gleich bleibt und Tiere eine bessere Verbindung zum Geräusch aufbauen können.(3)

Das Training läuft so ab: Als Beispiel soll die Katze lernen, die Katzenklappe selbstständig zu nutzen und sich nicht davor zu scheuen. Das Tier muss dementsprechend zuerst mithilfe des Trainers zur Klappe gelockt werden. Genau in dem Moment, wo es durch die Klappe geht, drückt man auf den Klicker und belohnt die Katze sofort mit der Belohnung, beispielsweise einem Leckerli. (4)

Da genau in dem Moment geklickt wird, wenn die Katze das gewünschte Verhalten ausübt, versteht sie nach mehreren Wiederholungen, dass eine Belohnung folgen wird und dass es ein gutes Verhalten ist. Das Klickgeräusch sollte also nicht in unnötigen Momenten genutzt werden, da es sonst seine Bedeutung verliert. (4)

Welche Verhaltensprobleme bei Katzen können mit Clickertraining gelöst werden?

Das Clickertraining bei Katzen eignet sich vor allem dafür, ihnen unerwünschtes Verhalten abzugewöhnen und gewünschtes Verhalten anzutrainieren. Wenn deine Katze eine Verbindung zum Klicker herstellen konnte, ist es möglich, ihr folgendes Verhalten anzutrainieren (4, 5):

Es sind viele weitere Verhaltensweisen zum antrainieren möglich. Außerdem können auch unerwünschte Verhaltensweisen, wie beispielsweise das Kratzen an Möbeln oder das Spielen mit Vorhängen abtrainiert werden.(5)

Welche Tricks kann ich Katzen mit dem Clickertraining beibringen?

Es gibt außerdem sehr viele Tricks, welche Katzen beigebracht werden kann. Im Folgenden zählen wir die beliebtesten Tricks auf, welche Katzen gerne beigebracht werden (5):

  • Rolle machen
  • Pfötchen geben
  • Auf den eigenen Namen hören
  • Männchen oder Sitz machen

Es sind noch viele weitere Tricks möglich, welche Katzen beigebracht werden kann, gerade weil sie so lernfähig sind. Mit ein wenig Geduld und Übung wird dies schon funktionieren.

Welche Katzen sind für das Clickertraining geeignet?

Generell kann gesagt werden, dass sich das Training für alle Katzenrassen eignet und es bei den Rassen beim Clickertraining somit auch keine Unterscheidung gibt. Auch gibt es bei diesem Training keine Unterscheidung zwischen Wohnungskatzen und Freigängern.

Das Training könnte mit Wohnungskatzen jedoch etwas leichter sein, da diese meist unterfordert sind und mit dem Training etwas mehr Abwechslung im Tag haben und somit auch mehr Spaß daran haben. (3, 6)

Cats

Generell kann gesagt werden, dass sich das Training für alle Katzenrassen eignet und es bei den Rassen beim Clickertraining somit auch keine Unterscheidung gibt. (Bildquelle: Ludemeula Fernandes/ 123rf)

Freigängern kann jedoch auch mit erfolgreichem Training bestimmte Verhaltensweisen antrainiert werden, beispielsweise, dass sie rechtzeitig nach Hause kommen. Im Prinzip spielt auch das Alter der Katzen keine Rolle, da sowohl bei jungen, verspielten Katzen als auch bei alten Katzen Geduld der Schlüssel ist.(6)

Worauf sollte man beim Clickertraining für Katzen achten?

Es gibt viele zu beachtende Punkte, wenn es um die richtige Ausübung des Clickertrainings geht. Man kann hierbei nämlich Vieles falsch machen und somit das Training entweder in die Länge ziehen oder komplett dabei scheitern. Folgende Punkte sind beim Clickertraining zu beachten (6)

  • Positive Atmosphäre schaffen: Es ist wichtig, dass deine Katze Positives mit dem Training verbindet und es Spaß daran hat, aus diesem Grund sollte es niemals während des Trainings angeschimpft werden, so kann es nämlich das Interesse verlieren.
  • Geduld: Katzen sind zwar intelligente Tiere, aber dennoch lernt jede Katze anders, manche schneller, manche langsamer. Bei diesem Training ist es deine Pflicht, geduldig mit deiner Katze zu sein.
  • Nicht überfordern: Besonders bei schweren Tricks ist es für deine Katze nicht immer leicht, das erwünschte Verhalten auszuüben. Es ist aber auch kontraproduktiv, die Katze dann zu überfordern. Übe daher die Tricks schrittweise, sodass es noch Spaß daran hat.
  • Regelmäßiges Training: Mit einem langen und unregelmäßigen Training erzielt man kaum Erfolge, da die Katze sehr schnell die Lust daran verlieren kann. Achte deswegen unbedingt darauf, in nur kurzen aber dafür regelmäßigen Einheiten zu trainieren.
  • Timing: Wenn du deiner Katze die Belohnung beim erwünschten Verhalten nur sehr spät nach dem Klickgeräusch gibst, kann sie die Belohnung nicht mit dem Verhalten verknüpfen, gebe daher die Belohnung direkt nach dem Klick (weniger als eine Sekunde).

Wie du siehst, gibt es viele Dinge zu beachten, damit das Training auch erfolgreich wird. Gerade wenn es um die Motivation geht, ist es wichtig, dass die Katze stets Lust am Training hat. Es bringt also nichts, das Training zu erzwingen und wird somit eher kontraproduktiv. Habe somit stets Geduld und überfordere deine Katze nicht, sei außerdem konsequent und gebe Belohnungen nur bei erwünschtem Verhalten. (6)

Wie oft sollte man das Clickertraining bei Katzen durchführen?

Wie bereits erwähnt, sollte das Training auf jeden Fall regelmäßig erfolgen. Das ist sehr wichtig, da die Katze das Erlernte natürlich nicht vergessen soll und man darauf immer weiter aufbauen kann. Es soll regelmäßig erfolgen und aber auch nur kurze Lerneinheiten sein, so verliert das Tier keine Interesse und behält die Motivation bei. (6, 7)

Für erfolgreiche Ergebnisse muss das Clickertraining regelmäßig und in kurzen Einheiten erfolgen, nur so hat die Katze Spaß am Training und verliert nicht die Motivation.

Nachdem die Katze verstanden hat, was sie tun soll, sollte die Trainingseinheit nach etwa 10 Wiederholungen beendet werden. Dies sollte täglich wiederholt werden, bis die Katze versteht, dass das Klickgeräusch etwas positives bedeutet.

Fazit

Wie du siehst, ist das Clickertraining ein interessantes und wichtiges Training, wenn es darum geht, seiner Katze Tricks oder ein bestimmtes Verhalten beizubringen. Oft treten bei Katzen nämlich Probleme zu hause auf, aufgrund von falschem Verhalten. Dieses Verhalten kann mit einem konsequenten und für die Katze motivierendes Training abtrainiert werden.

Es ist aber nicht immer so leicht, gerade wenn man als Trainer viele wichtige Dinge, welche eigentlich beachtet werden sollten, außer Acht lässt. Gerade die Katzen sind sehr schlaue Tiere, die Vieles mit einem richtig ausgeführtem Training lernen können. Es gibt nämlich keine Katze, welche zu dumm für das Clickertraining ist!

Bildquelle: Pexels / Thomas Ryant

Einzelnachweise (7)

1. Tierverstand.com: Wie funktioniert Clickertraining? 03.09.2014, Gerda Mitter
Quelle

2. Vier-pfoten.de: Klickertraining für Heimtiere. 16.10.2019
Quelle

3. Josera.de: Clickertraining mit Katze: Lassen sich die kleinen Tiger erziehen? Melina Keller
Quelle

4. Fressnapf.de: Clickertraining für Katzen: Infos und Übungen
Quelle

5. Mera-petfood.com: Clickertraining mit Katze
Quelle

6. Zooroyal.de: Clickertraining Katze: Welche Vorteile gibt es.
Quelle

7. Allianz.de: Katzen sinnvoll erziehen: So funktioniert das Clickertraining
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wie funktioniert Clickertraining?
Tierverstand.com: Wie funktioniert Clickertraining? 03.09.2014, Gerda Mitter
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Klickertraining für Heimtiere
Vier-pfoten.de: Klickertraining für Heimtiere. 16.10.2019
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Clickertraining mit Katze: Lassen sich die kleinen Tiger erziehen?
Josera.de: Clickertraining mit Katze: Lassen sich die kleinen Tiger erziehen? Melina Keller
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Clickertraining für Katzen: Infos und Übungen
Fressnapf.de: Clickertraining für Katzen: Infos und Übungen
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Clickertraining mit Katze
Mera-petfood.com: Clickertraining mit Katze
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Clickertraining Katze: Welche Vorteile gibt es
Zooroyal.de: Clickertraining Katze: Welche Vorteile gibt es.
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Katzen sinnvoll erziehen: So funktioniert das Clickertraining
Allianz.de: Katzen sinnvoll erziehen: So funktioniert das Clickertraining
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