Immer wieder gibt es zwischen Hundebesitzern Diskussionen, welche Schmerzmittel und Schmerztherapien für Hunde vertretbar sind. Die Tiermedizin und Pharmazie hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt.

Heute versucht man, das Leiden des Tieres durch die passende und rechtzeitige Gabe von Schmerzmitteln zu vermeiden. Hier erfährst du mehr darüber. Du erfährst auch, ob alternative Mittel, wie z.B. der Einsatz von Cannabis Kapseln, sich zur Schmerzlinderung für deinen Hund eignen.

Wie erkenne ich, dass mein Hund Schmerzen hat?

Ob ein Hund Schmerzen hat, ist nicht so leicht zu erkennen. Zu dem natürlichen Verhalten von Hunden gehören Schutzmechanismen, um Schmerzen zu verbergen. Sie vermeiden dadurch, aus dem Rudel ausgeschlossen zu werden. Denn dies könnte in der Natur zum Tode führen.

Hund

Es ist nicht immer leicht zu erkennen, ob dein Hund Schmerzen hat. Deswegen solltest du ihn genau auf Verhaltensänderungen hin beobachten. (Bildquelle: pexels.com / Johann)

Wenn dir eine Verhaltensänderung oder z.B. ein verändertes Aussehen deines Hundes auffällt, ist dies ein wichtiger Hinweis für mögliche Schmerzen. In einem ersten Schritt solltest du zwischen akuten und chronischen Schmerz Symptomen unterscheiden. Dazu gehören folgende Symptome:

akute Schmerzsymptome chronische Schmerzsymptome
unruhig steif
keuchen depressiv
zittern lethargisch
knurren winseln

Dies sind nur einige Beispiele. Die Schmerzsymptome hängen davon ab, welche Krankheitsursache für die Schmerzen deines Vierbeiners verantwortlich sind.

Wenn du dein Tier genau beobachtest, kannst du erkennen, ob es sich in einem oder mehreren der folgenden Punkte verändert hat.

  • Atmung
  • Fressverhalten
  • Körperhaltung
  • Bewegungsabläufe
  • Augen
  • Verhalten

Eines, oder mehrere dieser Anzeichen können darauf hinweisen, dass es deinem Hund nicht gut geht und er unter Schmerzen leidet. Bevor du deinen vierbeinigen Freund jedoch mit Schmerzmitteln behandelst, solltest du dies unbedingt mit deinem Tierarzt abklären. Er wird nach der Schmerzursache suchen.

Danach wird er eine auf deinen Hund abgestimmte Schmerztherapie einleiten. Damit kann er Schmerzen lindern (z. B. akute Schmerzen, wie nach einem Beinbruch) durch Einsatz von geeigneten Schmerzmitteln und einer professionellen Versorgung des gebrochenen Beines deines Vierbeiners.

Gleichzeitig wird er entsprechende Therapien einleiten, um zu vermeiden, dass aus der akuten Verletzung deines Tieres eine chronische Erkrankung wird. Denn wenn dein Hund aufgrund von Schmerzen eine Schonhaltung einnimmt, kann daraus eine Fehlbelastung und eine dauerhafte Fehlstellung seines ganzen orthopädischen Apparates entstehen.

Wie funktioniert eine Schmerztherapie bei Hunden?

Dein Tierarzt hat verschiedene Möglichkeiten, die Schmerzen deines Hundes zu lindern. Erstes Ziel ist immer die Behandlung der Schmerzursache. Handelt es sich um einen Schmerz nach einer Operation (Perioperativer Schmerz) oder durch eine akute Verletzung? Oder leidet dein Hund unter einem chronischen oder altersbedingten Schmerz.

Schmerztherapie in drei Schritten

  1. Dein Veterinär sucht die Schmerzursache und unterscheidet in akute (erst seit kurzem auftretender Schmerz) oder chronischen Schmerz (länger andauernd).
  2. Er beurteilt die Stärke des Schmerzes (durch Beobachtung und Erfahrung).
  3. Im Anschluss wählt er die passenden Schmerzmittel, bzw. Therapien aus.

Wie kann ein Schmerzgedächtnis beim Hund vermieden werden?

Mit der geeigneten Schmerztherapie für deinen Hund kann die Entstehung eines Schmerzgedächtnisses verhindert werden. Denn hat ein Hund anhaltende und wiederkehrende Schmerzen, bildet sich ein Schmerzgedächtnis aus. Genau wie uns Menschen auch.

Dieses bleibt auch nach Beseitigung der Ursache bestehen. Das hat viele negative Folgen für deinen Hund. Unter anderem kann dies dazu führen, dass eine langfristige und dauerhafte Behandlung mit Schmerzmitteln notwendig wird. Aus diesem Grund setzt der Tierarzt nach akuten Verletzungen oder auch nach Operationen präventiv Schmerzmittel ein.

Welche Schmerzmittel für Hunde gibt es?

Früher war man der Meinung, dass der Schmerz nach einer Operation förderlich ist, weil sich das kranke Tier dann weniger bewegt. Heute weiß man, dass schmerzfreie Tiere schneller genesen. Vor allem in den letzten Jahren wurden für Hunde moderne Medikamente entwickelt.

Diese Schmerzmittel sind noch besser auf deinen Hund abgestimmt und lassen sich heute in der Regel gut dosieren. Dies ermöglicht auch eine ausgewogene Therapie für vierbeinige chronische Patienten. Damit lassen sich auch langfristig chronische Schmerzen lindern (z.B. Arthrose) und sind dabei gut verträglich.

Schmerzmittel Kategorien

  • Narkosemedikamente, sogenannte Opioide (z. B. Fentanyl, Buprenorphin, Levomethadon) und a2-Agonisten (z.B. Xylazin in Kombination mit Ketamin) werden bei Operationen deines Tieres verwendet.
  • Nach einer Operation werden oft Nicht Steroidale Antiphlogistika wie NSAID (non-steroidal anti-inflammatory drugs) eingesetzt. Dies sind Schmerzmittel mit entzündungshemmende Wirkung, z. B. Carprofen, Meloxicam.
  • Ein sehr gängiges Schmerzmittel ist Metamizol, es gehört zur Gruppe der
    Pyrazolon-Derivate und wird oft nach Operationen eingesetzt. Es ist gut kombinierbar.
  • Bei orthopädischen Schmerzen z. B. Verstauchung (akut) oder Arthrose (chronisch) werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente der NSAR-Gruppe eingesetzt. Das sind nichtsteroidalen Antirheumatika. Diese hemmen Symptome von Entzündungsprozessen wie Schmerzen und Schwellungen und wirken Fiebersenkend.

Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig. Zur Erhöhung der Magen-Darm-Verträglichkeit werden oft Kombinationspräparate eingesetzt, die neben dem NSAR einen Wirkstoff zur Verminderung der Magensäureproduktion enthalten wie z. B. Diclofenac, Naproxen.

Insbesondere nach Operationen werden oft auch für einige Tage mehrere Arzneimittel gleichzeitig angewendet. Dadurch soll die Entwicklung eines Schmerzgedächtnis beim Hund verhindert werden. Bei der Auswahl der Schmerzmittel sind Wirkdauer, Wirkstärke und Nebenwirkungen zu beachten.

Darf ich meinem Hund Schmerzmittel aus meiner Hausapotheke geben?

Verabreiche deinem Hund keine Schmerzmittel aus der Humanmedizin ohne Rücksprache mit deinem Tierarzt. Es können starke Nebenwirkungen auftreten. Beispielsweise verursachen Diclofenac und Ibuprofen beim Hund schon in niedrigen Dosen Nebenwirkungen.

Hund

Hunde reagieren anders auf Medikamente als Menschen. Deswegen solltest du deinem Vierbeiner keine Medizin aus deiner Hausapotheke verabreichen. (Bildquelle: pexels.com / Artem Bali)

Paracetamol kann z.B. schon in geringen Dosen zu Leberschädigungen deines Tieres führen. Sie sind deshalb nicht zur Schmerztherapie deines Hundes geeignet. Je nach Dosierung können diese Mittel sogar zum Tode deines geliebten Vierbeiners führen.

Welche Nebenwirkungen können Schmerzmittel auslösen?

Bei akuten Schmerzen deines Hundes (z.B. nach Verletzungen oder Operationen) kommst du an der Gabe starker Schmerzmittel meistens nicht vorbei. Durch die kürzere Dauer der Medikation ist das Verhältnis zwischen Wirkung und Nebenwirkungen für die meisten Tierhalter vertretbar.

Wenn es jedoch darum geht chronische Schmerzen deines Hundes zu behandeln, wie z.B. Arthrose, müssen Nutzen und Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente genau abgewogen werden. Dein Tierarzt oder Tierheilpraktiker wird dir verschiedene Möglichkeiten aufzeigen um die Schmerzen deines Tieres zu lindern und gleichzeitig die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten.

Erhält dein Hund unkontrolliert dauerhaft Schmerzmittel können viele Nebenwirkungen ausgelöst werden. Manche Medikamente belasten oder schädigen den Magen, die Leber, die Nieren oder z.B. das Herz deines Hundes. Es gibt aber auch Produkte, die relativ nebenwirkunsgfrei sind, wie zum Beispiel CBD Produkte.

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Gerade bei älteren Hunden, die vielleicht schon unter chronischen Schmerzen oder Verschleißerscheinungen leiden, müssen Nutzen und Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente abgewogen werden. Denn gerade ältere Tiere haben oft schon Organe, die bereits vorbelastet sind. Deshalb ist es unerlässlich die Therapie mit deinem Tierarzt zu besprechen. Halte dich immer exakt an seine Anweisungen.

Je nach Hund und Medikament kann ein oder mehrere Schmerzmittel verschiedene unerwünschte Auswirkungen haben.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Zittern
  • Blutbildveränderungen
  • Gewichtszunahme
  • Müdigkeit
  • Krampfanfälle
  • Hecheln

Die Liste ist unendlich lang und kann nie vollständig sein. Manchmal sind in der Packungsbeilage sehr viele unerwünschten Nebenwirkungen aufgelistet. Viele Hundebesitzer überlegen daraufhin, das verordnete Medikament nicht zu verabreichen. In diesem Fall solltest du ein Gespräch mit deinem Tierarzt führen.

Kläre mit ihm, warum gerade dieses Medikament wichtig für deinen Hund ist und ob es möglicherweise bessere Alternativen gibt? Das Auftreten unerwünschter Arzneimittelwirkungen können auch von Rasse zu Rasse unterschiedlich sein. Manchmal kommst du aber um ein Ausprobieren nicht herum.

Kortison mit unerwünschten Nebenwirkungen

Zu den Medikamenten mit dem schlechtesten Ruf in Bezug auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zählt Kortison. Kortison ist ein körpereigenes Hormon (bei Hund und Mensch). Es wird in der Nebennierenrinde gebildet und reguliert unter anderem das Immunsystem, den Zuckerstoffwechsel und die Reaktion des Körpers auf Stress. Es wirkt zudem entzündungshemmend und juckreizstillend.

Kortisonpräparate sind Medikamente mit den Wirkstoffen Dexamethason, Prednisolon, Hydrocortison. Viele Hundehalter schrecken vor dem Einsatz von Kortison bei ihren Tieren zurück. Kortison ist jedoch ein sehr wirksames Medikament.

Die Verträglichkeit jedes Medikamentes hängt auch von der Dosierung und Dauer der Gabe ab. Wenn du Kortison anwendest (z.B. als Salbe, Tablette oder Spritze) setze es auf keinen Fall unvermittelt ab. Halte vorher immer Rücksprache mit deinem Tierarzt.

Verabreiche deinem Hund Schmerzmedikamente immer genau nach den Anweisungen deines Tierarztes.
Ändere die Dosierung oder die Zeitabstände zwischen einzelnen Medikamentengaben nicht eigenmächtig.

Überdosierungen können mit gefährlichen Nebenwirkungen verbunden sein. Bei Unterdosierungen werden die Schmerzen eventuell nicht effektiv genug gelindert.

Beachte, dass du auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente immer nur nach Absprache mit deinem Tierarzt einsetzen solltest. So kannst du unvorhersehbare Nebenwirkungen weitgehend vermeiden.

Wenn du dir nicht sicher bist, frage deinen Tierarzt um Rat. Er kennt bestimmt verschiedene Alternativen, Schmerztherapien und deren Wirkungsweisen. Auch einige Nahrungsergänzungsmittel haben eine schmerzlindernde Wirkung, ohne die Organe zu belasten. Oder vielleicht hilft deinem Vierbeiner auch eine begleitende Hundephysiotherapie. Es gibt viele Möglichkeiten.

Schmerzen beim Hund alternativ behandeln

Schmerzen bei Tieren kann man nicht nur allein mit konventionellen Schmerzmedikamenten behandeln. Methoden wie Ruhighaltung, Physiotherapie und weiteren Alternativverfahren sind heute gängige Ergänzungen der konventionellen Schmerztherapie.

Akupunktur als Schmerzmittel für Hunde

So lassen sich die Schmerzen deines Hundes z.B. auch durch Akupunktur verringern. Krankheiten wie Bewegungsstörungen, Allergien, Atemwegserkrankungen und einige andere lassen sich dadurch meist nebenwirkungsfrei behandeln. Dadurch lässt sich die Lebensqualität deines Vierbeiners stark verbessern.

Globuli und Nahrungsergänzungsmittel als Schmerzmittel für Hunde

Auch alternative Therapien wie Globuli und Nahrungsergänzungsmittel können zur Heilung, bzw. Linderung der Schmerzen deines Vierbeiners beitragen. Willst du deinen Hund ganzheitlich behandeln lassen, solltest du mit deinem Tierarzt einen Behandlungsplan ausarbeiten.

Ganzheitliche (holistische) Medizin als Schmerzmittel für Hunde

Bei der ganzheitlichen (holistischen) Medizin werden alle Aspekte des Hundes mit einbezogen. Seine Ernährung, den seelischen Zustand, Lebensstil oder Aktivitätsgrad sind wichtige Anhaltspunkte und können den gesamten Organismus deines Hundes beeinflussen.

Das Interesse an Naturheilkunde ist in den letzten Jahren insgesamt stark gewachsen, auch in der Tierwelt. Immer mehr Tierhalter suchen Alternativen zur konventionellen Veterinärmedizin. Gerade wenn es um chronische Krankheiten geht. Mit alternativen Ansätzen lassen sich Nebenwirkungen der klassischen Schmerztherapie oft deutlich mildern.

Cannabis / CBD als Schmerzmittel für Hunde

Aktuell steht in der Human- und zunehmend auch in der Tiermedizin Cannabis (CBD) im Fokus. Studien aus der USA und Kanada haben den Nutzen von CBD in der Veterinärmedizin bei Hunden, Katzen und Pferden bereits bestätigt. So wirken Cannabis Kapseln (CBD Kapseln) auf das zentrale Nervensystem. Positive Ergebnisse hierzu gibt es bei folgenden Beschwerden deines Hundes:

  • Bei entzündungs bedingten Schmerzen (z.B. des Bewegungsapparates)
  • Bei neurologischen oder krampfartigen Beschwerden (z.B. Epilepsie)
  • Bei verschiedenen Hauterkrankungen und Neurodermitis
  • Bei Übelkeit und Erbrechen
  • Bei Angst und Unruhe und Stress, wie z.B. Feuerwerk oder Gewitter
  • Bei abnormen Zellwachstum (Tumore)

Aber auch hier gilt die genaue Dosierung und Anwendungsempfehlungen zu beachten. Sie ist immer abhängig vom Gewicht des Tieres und kann mit dem Futter oder als Leckerli verabreicht werden.

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Alternative Schmerztherapien können insbesondere bei älteren und chronisch kranken Hunden die Lebensqualität erheblich verbessern

Fazit – Schmerzmittel für Hunde

Bevor du entscheidest welche Schmerzmittel du bei deinem Hund einsetzt solltest du immer Rücksprache mit deinem Tierarzt halten. Er wird überprüfen, ob es sich um akute oder chronische Schmerzen handelt.

Der Tierarzt wird immer versuchen, die Schmerzursache zu behandeln. Leider ist die Heilung manchmal nicht möglich. Eine Linderung der Schmerzen deines Haustieres aber auf jeden Fall. Heute gibt es gut verträgliche und schmerzstillende Mittel, die auch für eine Dauerbehandlung deines Hundes geeignet sind. Dadurch kann gleichzeitig die Entstehung eines Schmerzgedächtnis vermieden werden.

Ob Schmerzmittel der klassischen Tiermedizin oder alternative Therapien als bessere Schmerztherapie für deinen Hund in Frage kommen, lässt sich so nicht beantworten. Denn oft ist eine Kombination aus beiden Verfahren die beste Lösung für dein Tier.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] www.schmerz-bei-tieren.de/koerper-erinnert-schmerz

[2] https://www.tiermedizinportal.de/therapie/schmerztherapie-bei-tieren

[3] http://tieraerztekammer-hamburg.de/files/content/Empfehlunge_Schmerztherapie_Kleintiere_2_2012.pdf

[4] https://www.bft-online.de/presse/archiv-pressemeldungen-kleintiergesundheit/2013/schmerzen-erkennen-und-behandeln

[5] https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-17-2011/schmerztherapie-bei-haustierieren

[6] https://cannabis-oel.net/cannabisoel-fuer-hunde

Bildquelle: pexels.com / Burst

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