Hunde aus Rumänien
Zuletzt aktualisiert: 4. November 2021

Auf der Suche nach einem Hund zur Adoption kommen oft jene aus Rumänien ins Gespräch. Viele Straßenhunde streunen dort herum werden eingefangen in Zwingern und werden dann zur Adoption freigegeben.

Die Hunde aus Rumänien können über verschiedene Vermittlungsagenturen von Deutschland aus adoptiert werden. Oft tauchen Fragen zu etwaigen Krankheiten und dem Verhalten von diesen Straßenhunden auf. Diese und weitere Fragen rund um die Adoption von Hunden aus Rumänien klären wir in diesem Artikel.




Das Wichtigste in Kürze

Rumänien gibt es nach wie vor viele Straßenhunde. Diese landen oft in einem der zahlreichen Tierheime vor Ort und warten dort auf neue Besitzer.
Die Hunde aus Rumänien können von Deutschland aus adoptiert werden. Mehrere Vermittlungsagenturen sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Adoption.
Es gibt aber einiges zu beachten bei der Adoption eines Hundes aus Rumänien. Einige Hunde haben Krankheiten und auch das Verhalten der Hunde ist oft nicht so wie erwartet.

Hunde aus Rumänien: Was du wissen solltest.

Viele Tierliebhaber möchten gerne das Leid von Straßenhunden lindern. Manchmal werden deshalb Hunde aus dem Urlaub mitgenommen. Auch im Internet gibt es die Möglichkeit Hunde aus dem Elend zu retten.

Rumänien ist eines der Länder in denen viele Hunde herumstreunen und keine Besitzer haben die sie pflegen. Dort gibt es viele Hunde welche adoptiert werden können. Doch gibt es dabei einiges zu beachten um eine reibungslose Adoption gewährleisten zu können.(7)

Was ist bei Hunden aus Rumänien zu beachten?

Die Hunde in Rumänien haben keine Erziehung und eine mangelnde medizinische Versorgung. Deshalb solltest du dir im Klaren Sein, dass ein adoptierter Straßenhund viel Zeit und Zuwendung braucht.

Bereits für uns selbstverständliche Aktivitäten wie Autofahren sind für den Hund ein ungewohntes Szenario und das Verhalten des Hundes kann unberechenbar sein. Auch gibt es einige Krankheiten die bei Straßenhunden weit verbreitet sind. Diese können aber einfach medizinisch behandelt werden.

Darum findest du hier die wichtigsten Fragen und Antworten wie du mit einem Hund aus Rumänien richtig umgehen kannst.

Warum kommen so viele Hunde aus Rumänien?

Rumänien ist eines der ärmsten Länder in Europa. Viele Menschen sind vom Land in große Städte geflüchtet, um sich dort ein besseres Leben aufzubauen. Im Laufe der Jahre wurden viele Hunde am Land zurückgelassen und diese haben sich seither unkontrolliert vermehrt.

Das Problem der vielen streunenden Hunde wird wenig tierlieb gelöst. Es gibt dort sogenannte „Shelter“ in denen die Hunde gefangen gehalten werden und nach einiger Zeit von offizieller Stelle getötet werden. Wenn sie nicht bereits verhungert, verdurstet oder an einer Krankheit gestorben sind.(5)

Aufgrund dieser Situation engagieren sich viele Tierschutzorganisationen in Rumänien. Dort werden Hunde gepflegt und für Adoptionen vorbereitet aber auch kastriert damit die weitere Vermehrung eingedämmt wird.

Wie kann ich Hunden aus Rumänien helfen?

Wenn du dir einen Hund zulegen möchtest, kannst du eine Adoption aus Rumänien in Betracht ziehen. Über Tierschutzorganisationen und Vermittler kannst du ein Tier aus Rumänien retten.
Der Tierschutz vor Ort finanziert sich großteils aus Spenden.

Falls du ein Hundeliebhaber bist, aber keine Zeit hast einen Hund zu halten, gibt es die Möglichkeit zu spenden. Die privaten Tierschutzorganisationen leisten wichtige Arbeit vor Ort und finanzieren sich großteils aus Spenden. Dadurch können wichtige Futtermittel und Medikamente besorgt werden, die dazu beitragen, Hunden ein besseres Leben zu ermöglichen.(8)

Wer vermittelt Hunde aus Rumänien?

Hunde aus Rumänien können über Vermittlungsagenturen oder Tierschutzvereine adoptiert werden. Die Hunde brauchen für die Einreise gewisse Impfungen und einen EU-Heimtierausweis. Diese werden in der Regel von den Vereinen oder Agenturen organisiert.

Straßenhunde aus Rumänien haben oft eine schreckliche Vergangenheit und enden meist in einem der vielen „Shelter“(Bildquelle: HulmDesign / Pixabay)

Überprüfe dabei die Seriosität der Vermittler genau. Leider gibt es nach wie vor eine große Anzahl an Hunden die Illegal verkauft werden. Meistens haben die Hunde dann gefälschte Papiere und sind weder gechippt noch geimpft.(6)

Was Kosten Hunde aus Rumänien?

Die Kosten einer Adoption setzen sich meist aus den Kosten vor Ort und den Transportkosten zusammen. Vor Ort fallen Zahlungen für die Impfungen, eine Gesundheitsprüfung und das „Chippen“ der Hunde inklusive dem Ausweis an. Außerdem müssen die Hunde oft entfloht und entwurmt werden.

Gerade für Hunde aus Rumänien, die eine Infektionskrankheit wie eine der Mittelmeerkrankheiten haben können, empfiehlt sich eine Tierkrankenversicherung. Dadurch bleibst du im Falle einer Erkrankung deines Hundes nicht alleine auf den Kosten sitzen.

Welche Krankheiten können Hunde aus Rumänien haben?

Häufig auftretende Krankheiten bei Hunden aus Rumänien sind Leishmaniose, „Ehrlichiose“ und „Babesiose“. Diese werden als „Mittelmeerkrankheiten“ zusammengefasst und werden von Sandmücken oder Zecken übertragen. Eine Ansteckung auf den Menschen ist in den Fällen Leishmaniose und „Ehrlichiose“ möglich, allerdings nur im Kontakt mit dem Wundsekret. Es besteht also bei den richtigen Hygienemaßnahmen keine Gefahr.(9)

Wie sich diese Krankheiten zeigen und was es bei der Behandlung zu beachten gilt, erfährst du hier

Krankheit Symptome Behandlung
Ehrlichiose(1) Abhängig von der Verlaufsform kann der Hund leichter oder schwerer erkranken. Symptome sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Fieber und spontane Blutungen Zur Therapie eignen sich die Medikamente „Doxycylin“ und „Imodicarb“. Die Hunde sprechen in der Regel gut auf die Therapie an. Trotzdem können die Erreger manchmal nicht vollständig eliminiert werden.
Leishmaniose(2, 3) Erste Symptome sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust und mangelnder Appetit. Im fortgeschrittenen Stadium Hautentzündungen mit haarlosen Stellen und Schuppenbildung auch Bläschen und Knötchen. Als vorbeugende Maßnahmen sollen Hunde geimpft werden um den Krankheitsausbruch zu verhindern. Ist dies nicht der Fall und die Krankheit bricht aus, erfolgt die Therapie in der Regel mit dem Medikament Allopurinol.
Babesiose(4) Gestörtes Allgemeinverhalten, Fieber, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, Mattigkeit außerdem können blasse Schleimhäute als Folge der Blutarmut sowie Gelbsucht auftreten. Auch eine dunkle Harnverfärbung ist ein Anzeichen Bei einem Ausbruch der Krankheit wird der Wirkstoff „Imodicarp“ unter die Haut gespritzt. Der Hund kann sich danach wieder komplett erholen. Bei einem fortgeschrittenen Krankheitsverlauf kann zusätzlich eine Bluttransfusion notwendig sein.

Die Leishmaniose wird durch die Sandmücke übertragen. Bei der „Babiose“ und der „Ehrlichiose“ sind die Überträger Zecken. Als Prophylaxe eignen sich unterschiedliche Maßnahmen.

Bei der Leishmaniose und der „Ehrlichiose“ kommen Impfungen zum Einsatz. Mit diesen Impfungen werden aber keine Erreger abgetötet, auch schützen sie nicht vor einer Infektion. Trotzdem sind sie von großer Wirksamkeit, denn sie können den Krankheitsausbruch im Tier verhindern.

Als vorbeugende Maßnahme gegen die „Babiose“ hilft es den Hund regelmäßig auf Zecken zu untersuchen. Da dies allerdings sehr ungenau ist, empfehlen sich Präparate zur Einnahme mit einer Zecken abtötenden Wirkung oder Mittel zur äußerlichen Anwendung. Diese können außerdem vor weiteren durch Zecken übertragbare Krankheiten wie unter anderem der Borreliose schützen.

Welches Futter für Hunde aus Rumänien?

Hunde aus Rumänien, die schon länger auf der Straße gelebt haben sind unterschiedliches Futter gewöhnt. Meistens ernähren sie sich von Abfallresten oder bekommen Futter oder Essensreste von fremden Menschen.

In den Tierheimen bekommen die Hunde Futter das gespendet wurde. Dieses Futter ist oft minderwertig und in der Qualität und Zusammensetzung sehr wechselhaft. Das heißt sie bekommen viele verschiedene Arten an Futter und die Hunde gewöhnen sich nicht wirklich an eine gewisse Nahrung.

Wenn du einen Hund adoptiert hast, möchtest du ihm natürlich das beste Futter bieten, doch das ist oft leichter gesagt als getan. Denn viele Hunde bekommen erstmal Durchfall oder erbrechen am Futter, wenn sie es nicht sogar verweigern.

Normalerweise enden diese Vorkommnisse nach ein paar Tagen, denn die Hunde müssen ihre Verdauung erst an die neue Form der Ernährung gewöhnen. Es handelt sich dabei also nicht um eine Krankheit, es braucht einfach etwas Zeit und dein Hund gewöhnt sich an das neue Futter. Wie auch beim Menschen ist es für Hunde wichtig eine gesunde Darmflora zu haben damit das Verdauungssystem funktioniert.

Wie gewöhne ich Hunde aus Rumänien ein?

Die Erziehung von Straßenhunden kann sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Hunde scheinen äußert unkompliziert andere hingegen haben ausgeprägte Ängste die durch Erlebnisse in Rumänien entstanden sind.

Wichtig ist es den Hund anfangs nicht zu überfordern. Große Menschenansammlungen sollten gemieden werden genauso wie viel Besuch in seiner neuen Wohnung. Bei Spaziergängen sollte der Hund niemals abgeleint werden. Mit einem Hundegeschirr gehst du auf Nummer sicher und es ist auch für den Hund angenehmer, zumal er die Leine nicht gewohnt ist.

Hunde brauchen Aufmerksamkeit und Disziplin in der Erziehung. (BIldquelle: chewy / unsplash)

Außerdem kann es zu Verhaltensauffälligkeiten bei bestimmten Geräuschen oder Gegenständen kommen. Der Hund hat möglicherweise schreckliche Erfahrungen auf der Straße gesammelt und interpretiert das Stöckchen zum Werfen etwa als Schlagstock. Optimalerweise trainierst du deinen Hund mit professioneller Unterstützung und gewöhnst ihn an sein neues gewaltfreies Umfeld.

Welche Alternativen gibt es zu Hunden aus Rumänien?

Straßenhunden leben selbstverständlich nicht nur in Rumänien. Obwohl dort die Lage besonders prekär ist, gibt es in Ländern am Balkan wie Kosovo oder Serbien genauso Hunde die schutzbedürftig sind und auf einen neuen Besitzer warten.

Möchtest du aber einen Hund adoptieren der keine Lange Reise aufnehmen muss, gibt es die Möglichkeit Hunde aus Deutschland aufzunehmen. Viele Hunde landen immer wieder in Tierheimen und auf Bauernhöfen werden Hunde abgegeben da die Besitzer sich zum Beispiel nicht um die vielen Welpen kümmern können. Folgende Alternativen bieten sich zu Hunden aus Rumänien:

Tierheime in Deutschland

Deutschland ist eines der vorbildlichen Länder im Tierschutz. Über 500 Tierheime sind dem deutschen Tierschutzbund angeschlossen und weitere private Einrichtungen kümmern sich um bedürftige Tiere.

Hunde aus Balkanländer

In den Ländern am Balkan herrschen ähnliche Zustände wie in Rumänien. Straßenhunde leben ohne Futter und niemand außer ein paar Tierschutzvereine kümmert sich um die Tiere. Oft werden Hunde in Serbien zum Beispiel brutal misshandelt und unter quälerischen Bedingungen gehalten.

Hunde vom Bauernhof

Wenn Hunde am Bauernhof Nachwuchs bekommen, dann werden die Welpen oft abgegeben. Die Hunde dort haben meist kein Leid erfahren und die Vergangenheit der Tiere ist transparent. Natürlich kann es sich am Bauernhof auch um gezüchtete Hunde handeln, wenn der Bauer ein ausgewiesener Hundezüchter ist.

Fazit

Grundsätzlich solltest du dir den Verpflichtungen, die mit der Anschaffung eines Hundes einhergehen bewusst sein. Ein Hund braucht viel Zuwendung und vor allem Zeit um sich an dich und dein Umfeld zu gewöhnen. Für die Erziehung braucht es auch einiges an Disziplin und Durchhaltevermögen.

Entscheidest du dich für einen Hund, ist die Adoption eines Hundes aus Rumänien eine ernstzunehmende Alternative. Es ist eine Wohltat aber trotzdem sollte es dir bewusst sein, dass der Hund Erfahrungen gemacht hat, die dir nicht bewusst sind. Deshalb ist es wichtig dich gut zu informieren und auch Erfahrungsberichte zu lesen.

Bildquelle: warrengoldswain/ 123rf.com

Einzelnachweise (9)

1. Ernst-Günther Grünbaum. Klinik der Hundekrankheiten. 2007 p.1101
Quelle

2. ndr.de: So gefährlich ist Leishmaniose für Hunde und Katzen Ingolf Bannemann, 14.06.2020
Quelle

3. tieraerzteverlag.at: Leishmaniose beim Hund Priv.-Doz. Dr. Michael Leschnik, 11.2019
Quelle

4. tierklinik-stp.at: Babesiose beim Hund Dr. Thomas Wiebogen-Wessely,
Quelle

5. peta.de: Andrea Sawatzki spricht Radiospot für „PETA HELPS ROMANIA“
Quelle

6. businessinsider.de: Illegaler Welpenhandel: Die Preise für Hunde aus dem Internet boomen Hendrikje Rudnick
Quelle

7. tierschutzbund.de: Straßenhunde in Rumänien
Quelle

8. peta.de: Rumänien hat das größte Problem mit Straßenhunden in ganz Europa
Quelle

9. tierarztdrwolf.de: Informationen zu den Mittelmeerkrankheiten beim Hund
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Fachbuch
Ernst-Günther Grünbaum. Klinik der Hundekrankheiten. 2007 p.1101
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So gefährlich ist Leishmaniose für Hunde und Katzen
ndr.de: So gefährlich ist Leishmaniose für Hunde und Katzen Ingolf Bannemann, 14.06.2020
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Leishmaniose beim Hund
tieraerzteverlag.at: Leishmaniose beim Hund Priv.-Doz. Dr. Michael Leschnik, 11.2019
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Babesiose beim Hund
tierklinik-stp.at: Babesiose beim Hund Dr. Thomas Wiebogen-Wessely,
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Andrea Sawatzki spricht Radiospot für „PETA HELPS ROMANIA“
peta.de: Andrea Sawatzki spricht Radiospot für „PETA HELPS ROMANIA“
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Illegaler Welpenhandel: Die Preise für Hunde aus dem Internet boomen
businessinsider.de: Illegaler Welpenhandel: Die Preise für Hunde aus dem Internet boomen Hendrikje Rudnick
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Straßenhunde in Rumänien
tierschutzbund.de: Straßenhunde in Rumänien
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Rumänien hat das größte Problem mit Straßenhunden in ganz Europa
peta.de: Rumänien hat das größte Problem mit Straßenhunden in ganz Europa
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Informationen zu den Mittelmeerkrankheiten beim Hund
tierarztdrwolf.de: Informationen zu den Mittelmeerkrankheiten beim Hund
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